Biografie

Der Baß- und Heldenbariton Ulf Paulsen erhielt seine Gesangsausbildung bei der in Köln ansässigen Prof. Renate Peter.

Wie bei dramatischen Stimmen üblich, ging er seinen Berufsweg nicht gleich über das „schwere Fach” an, sondern holte sich Bühnenerfahrung im Lyrischen- und Kavalierfach. Rollen wie Lortzings „Zar”, Tschaikowskis „Onegin”, Massenets „Albert”(Werther) oder Mozarts „Graf Almaviva” seien hier stellvertretend genannt. Der „Don Giovanni” blieb Ihm bis heute treu, wie die gerade erst abgespielte Inszenierung Johannes Felsensteins am Anhaltischen Theater unter Beweis stellte.

Paulsens Stimmumfang ermöglichte es ihm von Anfang an, auch im Baßfach zu „wildern”. So sang er früh schon den „Kaspar” im Freischütz (1996 Stadttheater Görlitz, 2000 Statní Opera Praha), später den mit dem Zuschauerpreis „Theo”gekrönten Vodník in Dvoráks „Rusalka”(2004 Anhaltisches Theater Dessau). Dank seiner Beweglichkeit blieb ihm auch das Rossini Repertoire nicht verschlossen (Mustafa, Don Magnifico, Doktor Bartolo). Meyerbeers „Bertram” in „Robert le Diable” verlangt all diese Eigenschaften gleichzeitig, eine Rolle, die er 1999 erfolgreich wiederum in Prags Staatsoper zur Aufführung bringen durfte. Dort war es auch, wo er ins schwere italienische Fach vordrang (1999 „Nabucco”, 2001 „Amonasro”, 1998 „Simon Mago” aus Boitos „Nerone”). In Dessau reihten sich u.a. „Posa”, „Miller”; „Tonio” und „Alfio” sowie „Jack Rance” an.

Das Nationaltheater Prag bot Ulf Paulsen die erste Gelegenheit, sich im Wagnerfach zu zeigen. Im Jahr 2000 sang er dort den „Kurwenal” in „Tristan und Isolde” unter der Leitung von Jiri Kout. Es folgten „Friedrich von Telramund” in Detmold, „Amfortas” und „Klingsor” in einer konzertanten Aufführung des „Parsifal” mit dem DSO unter Kent Nagano sowie erneut „Kurwenal” in J. Felsensteins aktueller Inszenierung des „Tristan” unter GMD Golo Berg. Im Januar 2007 hatte am Anhaltischen Theater Dessau Modest Mussorgskis „Boris Godunow” Premiere, mit Ulf Paulsen in der Titelpartie.

Im Januar 2008 präsentierte er ebenda seinen „Macbeth” und im April ´08 seinen „Amfortas”.

Im Juni ´08 gab er sein Rollendebut als „Jochanaan” in Strauss´ „Salome” am Staatstheater Cottbus, im Mai ´09 sein Debut in der Rolle des „Orest” in der „Elektra” des selben Komponisten am Anhaltischen Theater Dessau.

Derzeit sorgt die Inszenierung des „Lohengrin” von Andrea Moses am Anhaltischen Theater Dessau für überregionales Aufsehen, und Ulf Paulsen ist froh in dieser Produktion den Telramund geben zu dürfen.